Du kannst ohne Modelagentur als Instagram Model beginnen. Entscheide zuerst, was du zeigen möchtest, etwa Alltagskleidung oder Schmuck. Stelle anschließend eine kleine Auswahl guter Fotos zusammen und schreibe in dein Profil, nach welcher Arbeit du suchst. Mit diesen Bildern kannst du passende Marken kontaktieren. Viele Follower zu haben, ist allein kein Beweis dafür, dass du für einen Auftrag geeignet bist.
Im Folgenden erfährst du, wie du dabei vorgehst – von deinen ersten Fotos bis zu Vereinbarungen über Bezahlung und die Nutzung deiner Bilder.
Was machst du als Instagram Model?
Als Instagram Model zeigst du in deinem Profil, wie du vor der Kamera wirkst. Du trägst zum Beispiel Kleidung, präsentierst Schmuck oder nimmst an einem Fotoshooting teil. Marken können deine Arbeit ansehen und dich kontaktieren.
Es gibt zwei Arten von Aufträgen. Bei einem Modelauftrag stehst du vor der Kamera und der Auftraggeber verwendet die Bilder. Bei einer Kooperation auf deinem eigenen Konto veröffentlichst du selbst einen Beitrag für dein Publikum. Ein Auftrag kann auch aus beiden Teilen bestehen.
Eine Modelagentur kann bei Kontakten und Vereinbarungen helfen. Wenn du selbst Aufträge suchst, beurteilst du auch die Anfragen selbst. Du organisierst die Planung und vereinbarst, was du tust und was nicht.
Möchtest du vor allem Geschichten, Tipps und deinen Alltag teilen? Dann lies weiter zum Thema Instagram Influencer werden. Bei Modelarbeit geht es vor allem darum, wie du Kleidung, ein Produkt oder eine Stimmung ins Bild setzt.
Entscheide, welche Modelarbeit du machen möchtest
Wähle für deine ersten Fotos eine klare Richtung, zum Beispiel Sportkleidung, Pflegeprodukte oder Schmuck. Das hilft dir, gezielt zu üben. Eine Marke erkennt dann schneller, nach welcher Arbeit du suchst.
Stelle dir diese Fragen:
- Welche Kleidung oder Produkte benutze ich gerne und kann ich bereits fotografieren?
- Welche Art von Bildern möchte ich häufiger erstellen?
- Womit fühle ich mich wohl und was möchte ich nicht machen?
Ein fiktives Beispiel: Du möchtest erschwingliche Kleidung für jeden Tag zeigen. Mache dann Fotos von verschiedenen Outfits in einer ruhigen Straße und drinnen an einem Fenster. Fotos von teuren Abendkleidern passen weniger gut zu der Arbeit, die du suchst.
Du musst nicht alle deine früheren Beiträge löschen. Achte vor allem darauf, dass deine besten Fotos im gewählten Stil leicht zu finden sind.
Erstelle dein erstes Portfolio als Instagram Model
Ein Portfolio ist eine Auswahl von Bildern, mit denen du zeigst, was du kannst. Beginne beispielsweise mit sechs unterschiedlichen, sorgfältig erstellten Fotos statt mit zwanzig fast gleichen Posen. Diese sechs Fotos sind ein Übungsplan und keine feste Anzahl, die Marken verlangen.
| Foto | Was du zeigst | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Porträt aus der Nähe | Dein Gesicht und deinen Ausdruck | Wähle ruhiges Licht und verwende keinen Filter, der dein Gesicht verändert |
| Ganzkörperfoto | Deine Haltung und dein vollständiges Outfit | Achte darauf, dass dein Kopf und deine Füße sichtbar sind |
| Seitenansicht | Eine andere Haltung und die Form der Kleidung | Zeige Stoff und Passform deutlich |
| Foto in Bewegung | Wie du dich vor der Kamera bewegst | Gehe oder drehe dich ruhig und prüfe, ob das Foto scharf ist |
| Detailfoto | Wie du eine Tasche oder ein Schmuckstück präsentierst | Halte das Produkt gut sichtbar |
| Foto mit einem zweiten Outfit | Eine andere Ausstrahlung | Wähle Kleidung mit einer deutlich anderen Farbe oder Form |
Du kannst dies zunächst mit einem Smartphone und der Hilfe einer dir bekannten Person ausprobieren. Reinige die Linse, suche Tageslicht und wähle einen ruhigen Hintergrund. Prüfe bei jedem Foto, ob du und die Kleidung gut sichtbar sind. Achte auch auf Gegenstände im Hintergrund, die ablenken.
Füge optional ein kurzes Video hinzu, in dem du gehst und dich drehst. Passe Licht und Farbe vorsichtig an. Ein Auftraggeber sollte sehen können, wie du während eines Fotoshootings aussiehst.
Arbeitest du mit einem Fotografen? Vereinbare vorher, welche Bilder du erhältst und wo du sie verwenden darfst. Dass du auf einem Foto zu sehen bist, bedeutet nicht automatisch, dass du es einer Marke für Werbung geben darfst.
Auch der Indeed Leitfaden zu bezahlter Instagram Modelarbeit nennt eine klare Ausrichtung, ein Portfolio und den Kontakt zu Marken als wichtige Punkte.
Richte dein Instagram Profil für Modelarbeit ein
Zeige in deinem Profil, welche Arbeit du suchst und wie man dich erreichen kann. Betrachte es so, als würdest du selbst ein Model für ein Fotoshooting suchen. Findest du die richtigen Informationen schnell?
- Profilbild: Wähle ein gut erkennbares Porträt.
- Kurzer Profiltext: Schreibe, welche Modelarbeit du machen möchtest und gegebenenfalls in welcher Region.
- Kontakt: Verwende eine separate E Mail Adresse für Anfragen.
- Arbeitsproben: Achte darauf, dass deine besten Fotos leicht zu finden sind.
- Portfolio: Teile einen Ordner oder eine Seite mit ausschließlich den Bildern, die ein Auftraggeber ansehen darf.
Ein fiktives Beispiel für einen Profiltext: „Model für Alltagsmode und Schmuck. Für Fotoshootings in der Region Antwerpen verfügbar. Portfolio und Anfragen per E Mail.“
Veröffentliche deine Wohnadresse, deinen Ausweis oder deine private Telefonnummer nicht. Möchtest du persönliche Fotos schützen? Erwäge dann ein separates Profil für deine Modelarbeit. Prüfe außerdem, ob sich keine privaten Dateien in deinem freigegebenen Portfolioordner befinden.
Zeige Marken, wie dein Instagram Publikum reagiert
Möchte eine Marke, dass du einen Beitrag auf deinem eigenen Konto veröffentlichst? Dann ist auch dein Publikum wichtig. Achte nicht nur auf die Zahl deiner Follower, sondern auch auf die Kommentare. Welche Fotos führen zu Fragen? Worüber sprechen die Menschen mit dir?
Bei einem Foto mit zwei Outfits kannst du zum Beispiel fragen: „Welche Jacke würdest du zu dieser Hose tragen?“ So stellst du eine Frage, die zum Foto passt. Beantworte Fragen zur Kleidung oder zum Fotoshooting, wenn du die Antwort kennst.
Weitere Ideen findest du im Artikel über mehr Interaktion mit deinen Instagram Beiträgen.
Teilst du deine Zahlen mit einer Marke? Gib an, auf welchen Zeitraum sie sich beziehen und was du zählst. Dreißig Kommentare sind nicht automatisch Kommentare von dreißig verschiedenen Personen. Eine Person kann mehrmals kommentieren.
Gekaufte Follower zeigen nicht, dass Menschen deine Arbeit ansehen oder etwas kaufen möchten. Sie garantieren auch keine Aufträge oder Reichweite ohne Werbung. Verwende diese Zahlen daher nicht als Beweis für Interesse an deinem Profil.
Kontaktiere passende Marken als Instagram Model
Erstelle eine kurze Liste von Marken, deren Fotos zu deinem Portfolio passen. Prüfe, ob sie ein Model suchen, Beiträge auf deinem Konto wünschen oder beides. Verwende für deine erste Nachricht eine geschäftliche Kontaktadresse auf der offiziellen Website.
Halte deine Nachricht kurz. Erkläre, warum du Kontakt aufnimmst, was du erstellen kannst und wo deine Arbeit zu sehen ist. Versprich keine Verkäufe oder Reichweite, die du nicht belegen kannst.
Dieses fiktive Beispiel kannst du an die Marke und deine eigene Arbeit anpassen:
Hallo, ich erstelle Modelaufnahmen rund um Alltagsmode. Die ruhigen Farben eurer Kollektion passen zu der Art von Fotos, die ich mache. In meinem Portfolio findet ihr vollständige Outfits und Fotos in Bewegung. Sucht ihr demnächst ein Model für neue Kleidungsaufnahmen? Ich würde gerne erfahren, welche Bilder ihr benötigt und ob für einen Auftrag ein Budget vorhanden ist.
Schicke nur Beispiele mit, die zu deinem Vorschlag passen. Bekommst du keine Antwort? Dann kannst du nach einiger Zeit eine kurze Erinnerung senden. Schreibe nicht über verschiedene Konten weiter.
Metas Ankündigung des Creator Marketplace aus dem Jahr 2024 beschreibt einen Ort, an dem Marken und Creator einander finden können. Diese Ankündigung bestätigt nicht, ob die Funktion derzeit in Deutschland verfügbar ist.
Du musst nicht auf diese Funktion warten. Du kannst eine Marke auch direkt mit deinem Portfolio und einem Vorschlag kontaktieren.
Kennzeichne Werbung auf Instagram deutlich
Informiere dein Publikum, wenn du etwas aufgrund einer Vereinbarung mit einer Marke veröffentlichst. Dabei kann es um eine Bezahlung gehen, aber auch um ein kostenloses Produkt, für das du einen Beitrag vereinbart hast. Nur den Markennamen zu nennen, macht diese Vereinbarung nicht deutlich.
Eine praktische Vorgehensweise ist, deinen Beitrag mit „Werbung für [Marke]“ zu beginnen. Achte bei einer Story oder einem Video darauf, dass der Hinweis sofort lesbar ist. Verstecke ihn nicht zwischen vielen Hashtags. Ist ein Label für eine bezahlte Partnerschaft verfügbar? Verwende es zusätzlich zu deiner Erklärung.
Ein fiktives Beispiel für eine erhaltene Jacke, über die du posten würdest: „Werbung für [Marke]. Ich habe diese Jacke erhalten, um sie in diesem Beitrag zu zeigen.“ Verwende nur eine Erklärung, die mit eurer Vereinbarung übereinstimmt.
Auch eine Provision ist ein Interesse, das du bei einer Empfehlung deutlich machen musst. Eine Provision ist Geld, das du erhältst, wenn jemand über deinen Link oder Code etwas kauft.
Prüfe für Deutschland die aktuellen Hinweise der Wettbewerbszentrale. Für Österreich und die Schweiz gelten andere Regelungen; die genaue Rechtslage kann je nach Situation unterschiedlich sein. Die oben beschriebene Vorgehensweise ist daher keine vollständige rechtliche Prüfung. Kläre im Zweifel auch, welche Regeln für ein unaufgefordert erhaltenes Geschenk gelten, zu dem du keinen Beitrag vereinbart hast.
Halte Vereinbarungen zu deiner Modelarbeit fest
Prüfe, wen du kontaktierst, bevor du Dateien teilst, irgendwohin gehst oder etwas bezahlst. Ein Markenname in einem Profil beweist nicht, dass jemand für diese Marke arbeitet. Frage im Zweifel über die offizielle Website nach, ob die Anfrage echt ist.
Bezahle nicht unter Druck, um einen versprochenen Auftrag zu erhalten. Teile niemals dein Passwort oder deinen Anmeldecode.
Frage vor einem Fotoshooting, wo es stattfindet und wer dabei ist. Besprich auch, was du tragen und tun wirst. Bist du minderjährig? Beziehe dann einen Elternteil oder Vormund in Anfragen und Vereinbarungen ein.
Halte diese Punkte schriftlich fest, bevor du zusagst:
- Die Arbeit: Stehst du nur als Model vor der Kamera, erstellst du selbst Bilder oder veröffentlichst du auch Beiträge?
- Die Lieferung: Wie viele Fotos oder Videos lieferst du, wann und wie viele Änderungen sind enthalten?
- Die Vergütung: Erhältst du Geld, ein Produkt oder beides? Wer bezahlt mögliche Reisekosten?
- Die Nutzung: Darf die Marke die Bilder in sozialen Medien, auf einer Website oder in Werbung verwenden?
- Die Dauer und Länder: Wie lange und in welchen Ländern darf die Marke die Bilder verwenden?
- Andere Aufträge: Darfst du inzwischen für vergleichbare Marken arbeiten?
- Änderung oder Absage: Was vereinbart ihr, wenn sich das Fotoshooting ändert oder nicht stattfindet?
Ein kostenloses Produkt ist keine Bezahlung in Geld. Überlege, ob du den Auftrag annehmen möchtest, wenn du auch deine Zeit, die Anreise und mögliche Kosten für einen Fotografen berücksichtigst. Leihst du Kleidung? Vereinbare dann, wann sie zurückgegeben werden muss und wer die Rücksendekosten übernimmt.
Achte genau auf die Erlaubnis, deine Bilder erneut zu verwenden. Ein Foto auf einem Markenprofil ist etwas anderes als eine jahrelange Nutzung in bezahlter Werbung. Bitte um Erläuterungen bei unklaren Vereinbarungen. Lass einen umfangreichen oder komplizierten Vertrag von einer fachkundigen Person prüfen.
Möchtest du beginnen? Schreibe auf, nach welcher Modelarbeit du suchst, plane dein erstes Fotoshooting und erstelle eine separate Kontaktadresse. Wähle anschließend die Bilder aus, die am besten zeigen, was du kannst. Damit kannst du einer passenden Marke einen gezielten Vorschlag senden.



